Gestern Abend war ich, wie es die Tradition verlangt ;-) , wieder beim alljährlichen Weihnachtskonzert, das wie jedes Jahr eine gute Gelegenheit bietet, wieder meine alte Wirkstätte, das Alexander-von-Humboldt Gymnasium, zu besuchen, wo ich volle neun Jahre meiner Schulzeit verbracht habe. Größtenteils ist es ja glücklicherweise auch mit schönen Erinnerungen verbunden und auch wenn ein Großteil meiner Lehrerschaft schon in Pension gegangen ist, so sind doch auch einige von diesen dort noch anzutreffen. Eigentlich schon schade, wenn man überlegt, dass gerade solche Urgesteine das Schulleben mit ihren zwar teils schon etwas sagen wir mal „anderen“ Art bereichert haben. Und auch wenn man den ein oder anderen auch nicht mochte, so ist es dennoch schade, wenn sie nicht mehr da sind.

Was ich auch etwas schade fand, war, dass unser alter Musiklehrer, der zwar einen Vollschaden hatte und von Jahr zu Jahr immer mehr Pfunde dazu bekam, was uns jedes Jahr immer wieder zum Erstaunen brachte, seinen doch so sehr geliebten Job als Chorleiter des Unterstufenchores an eine neue Musiklehrerin abgeben musste und nur ein kleines Gastspiel am Flügel geben durfte. Sein steifer und teilweise schon lächerlicher Auftritt war halt schon immer ein sehr amüsantes Erlebnis. Aber seine Nachfolgerin war nicht schlecht, auch wenn ich mich im ersten Moment fragte, was die Mittelstuflerin da auf der Bühne beim Unterstufenchor verloren hat und man ihr die Nervosität und das übermäßige Engagement einer Anfängerin doch noch sehr ansah. In Sachen Bekleidung hatte sie sicherlich auch etwas in die falsche Kiste gegriffen, da sowohl ihre Bluse als auch ihre Hose etwas eng für die Proportionen gewählt waren und sie deshalb nach jedem Lied nervös an ihrer Bluse herumzupfte und aufpassen musste nicht zu hyperventilieren. Aber vom fachlichen war es ein sehr ausgereifter Auftritt mit einer guten Liederauswahl und durchdachten Chor-Arrangements.

Weiterhin erwähnenswert erscheinen mir noch die Sopranistin, die ich auch für eine Schülerin der 10. oder 11. Klasse hielt, die aber, wie sich dann herausstellte als Lehrkraft zur Stimmbildung und für Einzelgesangsunterricht an der Schule eingestellt wurde. Ihr Stimme war aber schon echt sehr beeindruckend, ebenso wie das große Finale mit allen Chören und dem großen Orchester, das dieses Jahr sogar zwei Harfen dabei hatte. Ich muss schon sagen, dafür, dass alle Mitwirkenden „nur“ Amateure waren, hatte das Konzert schon eine herausragende Qualität und über die kleinen Missgeschicke sieht man da dann auch gerne hinweg, zumal ich mir kaum vorstellen kann, dass man eine solch gute Vorstellung woanders zu freiem Eintritt bekommt.

Eine kleine Anmerkung muss ich noch machen: Ich war schon recht verwundert, als ich lesen musste, dass die Schule mittlererweile unter Videoüberwachung steht, aber offensichtlich, wie man an zahlreichen Graffitis erkennen konnte, hat der Vandalismus in den letzten Jahren doch etwas zugenommen.



One Response to “Weihnachtskonzert – Da werden Erinnerungen wach…”  

  1. 1 michi

    tja, die „Schwach-kopf-gesellschaft“ wird leider immer größer, was du mit der Videoüberwachung angesprochen hast. ich frage mich das manchmal auch, wenn jetzt sogar hier vor dem Biozentrum „gesprüht“ wird… ob die jungs das daheim an der wohnzimmerwand wohl auch tun bzw. dort sogar üben??? -> der Respekt vor fremdem Eigentum etc. scheint verloren zu gehen…


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